helnwein archiv

Münchener Merkur – 8. September 1997

Schlächter und Bilder

MÜLLERS "HAMLETMASCHINE" - DAS NÄCHSTE VERBOT ?

Nach Angaben der Veranstalter hat die Witwe des SS-Offiziers und späteren Rüstungsmanagers eine einstweilige Verfügung gegen ein Bühnenbild des Malers Gottfried Helnwein angedroht.
Die in München lebende Witwe verlangt eine Unterlassungserklärung Helnweins bis spätestens 9. September. Der Maler weigert sich und droht seinerseits mit juristischen Schritten, falls dem Druck der alten Dame nachgegeben wird.

Wieder werden Juristen über ein Münchener Kulturereignis entscheiden müssen, diesmal über Heiner Müllers "Hamletmaschine" in der Muffathalle.
Nach Angaben der Veranstalter hat die Witwe des SS-Offiziers und späteren Rüstungsmanagers eine einstweilige Verfügung gegen ein Bühnenbild des Malers Gottfried Helnwein angedroht.
Helnwein hatte ein historisches Foto verfremdet, das Adolf Hitler im Kreise von NS-Uniformierten zeigt, darunter ein Mann der Klägerin.
Bei Helnwein: statt Hitler eine Madonna mit Kind (unser Foto). Das Ölbild entstand bereits 1996.
Premiere von Gerd Hofs Inszenierung mit der französischen Band Les Tambours de Bronx und dem Gittaristen Caspar Brötzmann, soll am 11. September sein.
Die in München lebende Witwe verlangt eine Unterlassungserklärung Helnweins bis spätestens 9. September. Der Maler weigert sich und droht seinerseits mit juristischen Schritten, falls dem Druck der alten Dame nachgegeben wird.